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1. Mannschaft : Neue Faninitiative

Veröffentlicht am 29.09.2013 18:48:22 ( 1245 Lesen )

GLOTZE AUS, STADION AN!
Amateurfußball braucht Fans



GLOT­ZE AUS, STA­DI­ON AN!
Ama­teur­fuß­ball braucht Fans

Bis zum Sta­di­on sind es nicht mehr als ein Ki­lo­me­ter. Je näher man den Flut­licht­mas­ten kommt, desto mehr Men­schen sind auf der Stra­ße un­ter­wegs. Musik weht von der hoch auf­ra­gen­den Tri­bü­ne her­über. Der Duft von Grill­gut lässt einem das Was­ser im Mund zu­sam­men lau­fen. Mehr­mals hatte man den Weg un­ter­bro­chen, um alte Freun­de zu be­grü­ßen, mit dem Nach­barn und des­sen Kin­dern über das gest­ri­ge Grill­fest zu reden und den Ultrás aus dem Vier­tel beim Trans­port der Cho­reo zu­zu­se­hen. Die Schlan­ge an der Sta­di­on­kas­se ist recht statt­lich, und das ob­wohl es nicht mehr lange bis zum An­pfiff ist. Der Spre­cher gibt be­reits die Auf­stel­lung der Mann­schaf­ten durch. Auf dem Weg zu den Steh­plät­zen ist ge­ra­de noch genug Zeit ein Bier am Stand mit­zu­neh­men. In der Kurve sind sie dann alle wie­der. Die Freun­de, der Nach­bar mit den Kids und einen Block wei­ter die Ultrás, die in die­sem Mo­ment eine gi­gan­ti­sche Luft­schlan­gen­wol­ke über den Rän­gen in die Luft be­för­dern. Aus tau­sen­den Keh­len er­klingt die Hymne. Der An­pfiff er­klingt…

An jedem Spiel­tag der Ama­teur­li­gen Deutsch­lands sind Sze­nen wie diese nur ein paar Stra­ßen­zü­ge ent­fernt. Ein paar Stra­ßen­zü­ge, die wie eine Welt­rei­se wir­ken, an einem Sonn­tag, der eben­so mit einem per­fekt in­sze­nier­ten Me­di­en-Fuß­ball­spiel vor dem hei­mi­schen Fern­se­her oder der Pay-TV-Bar um die Ecke ver­bracht wer­den kann. Und so ver­si­ckert der ver­meint­li­che Zau­ber des Sta­di­o­n­er­leb­nis­ses vor Ort in nost­al­gi­schen Er­in­ne­run­gen an eine Zeit, in der Fuß­ball­fan zu sein be­deu­tet, dass man das lo­ka­le Sta­di­on auf­such­te und den eig­nen Ver­ein, den Club der Stadt, zu un­ter­stüt­zen. Ge­mein­sam mit all jenen Men­schen, mit denen man die selbe Lei­den­schaft und das selbe Vier­tel teilt.

Pay-TV hat das Spiel ver­än­dert. Die Am­bi­tio­nen sind grö­ßer ge­wor­den, die Be­trä­ge höher und die die Gier nach mehr hat den Fuß­ball­sams­tag der Ers­ten Liga zu einem Pro­fi­ge­schäft mit drei Ligen, zer­split­tert über vier Tage, ge­macht. Wäh­rend die Sta­di­en der gro­ßen Clubs ge­füllt sind wie Open-Air-Fes­ti­vals, sind die Ränge im Schat­ten der Stars und deren kon­ti­nu­ier­li­cher Ver­mark­tung leer ge­wor­den. Nicht ein­mal jene, die den Weg zu den Event-Are­nen nicht fin­den, ma­chen sich auf den Weg ins hei­mi­sche Sta­di­on. Sie ver­brin­gen lie­ber den Nach­mit­tag im Tri­kot eines weit ent­fern­ten Bun­des­li­gis­ten vor dem Fern­se­her.

Viele Fuß­ball­freun­de haben schon längst ver­ges­sen, dass die Seele des Spiels auf dem Rasen eines Sta­di­ons um die Ecke statt fin­det. Die Spiel­zü­ge sind keine schnell ge­schnit­te­nen HD-Ex­plo­sio­nen, die Spie­ler agie­ren nicht in Nah­auf­nah­me und die Tore wer­den nicht aus allen Per­spek­ti­ven in Zeit­lu­pe wie­der­holt. Der echte Fuß­ball ist ein Er­leb­nis im Jetzt. Er ist die, sich auf­bau­en­de, Span­nung beim Eck­stoß, das Ent­set­zen beim geg­ne­ri­schen Straf­stoß, das Luft­an­hal­ten bei einer Ab­seits­ent­schei­dung und die ge­mein­sa­me Ek­sta­se beim Tor­er­folg. Ganz un­ver­mit­telt, aus ganz per­sön­li­cher Per­spek­ti­ve. Die­ses ein­zig­ar­ti­ge Er­leb­nis gibt es nur im Sta­di­on.

GLOT­ZE AUS, STA­DI­ON AN! (GaSa) hat sich ur­sprüng­lich aus einem lo­ka­len Ent­wurf der Fan­sze­ne des 1. SC Göt­tin­gen 05 ent­wi­ckelt und wurde schnell von an­de­ren Sup­por­ter­grup­pen an­ge­nom­men. Die In­itia­ti­ve ent­fal­te­te sich aus dem ge­mein­sa­men Er­ken­nen einer Not­la­ge, die in­zwi­schen den nied­rig­li­gi­gen Fuß­ball in sei­ner Gänze er­fasst hat. Der chro­ni­sche Zu­schau­er­man­gel de­sta­bi­li­siert die Fi­nan­zen der Ver­ei­ne und macht sie stär­ker von win­di­gen Mä­ze­nen ab­hän­gig, deren Be­stre­bun­gen nicht sel­ten Luft­schlös­sern glei­chen. GaSa er­liegt je­doch nicht so­zi­al­ro­man­ti­scher Ver­klä­rung. Viele Pro­ble­me sind haus­ge­macht. Clubs ver­schul­den sich, auf der Jagd nach dem Auf­stieg und der Hoff­nung auf ein Stück vom gro­ßen Ku­chen „Fern­seh­gel­der“. Ein Stol­pern auf dem Weg kos­tet, wie so oft in den letz­ten Jah­ren ge­sche­hen, die Sol­venz. Aber auch die Re­gio­nal­ver­bän­de sind kaum in der Lage den Volks­sport Fuß­ball at­trak­tiv zu hal­ten und sich gegen die Dach­struk­tu­ren zu be­haup­ten. Es scheint, als würde die all­mäch­ti­ge Bun­des­li­ga mit ihren eu­ro­päi­schen Am­bi­tio­nen den letz­ten Saft aus den un­te­ren Ligen pres­sen. Tra­di­ti­ons­ver­ei­ne zer­fal­len und ver­schwin­den von der Fuß­ball­land­kar­te.

Mit dem Slo­gan GLOT­ZE AUS, STA­DI­ON AN! bil­det die Fan-In­itia­ti­ve den ge­mein­sa­men Nen­ner für die be­tei­lig­ten Grup­pen. Er wird in Form eines wie­der er­kenn­ba­ren Logos ge­nutzt, um Ak­tio­nen vor Ort durch­zu­füh­ren. Sei dies nun eine Cho­reo­gra­fie im Sta­di­on, ein Stand in der Stadt oder eine In­for­ma­ti­ons­bro­schü­re. Es geht darum, die Bür­ger der Stadt auf den Fuß­ball im lo­ka­len Sta­di­on hin­zu­wei­sen und sie dazu auf­zu­for­dern einen Be­such zu „ris­kie­ren“. GaSa ist eine In­itia­ti­ve, die von Fans ge­tra­gen wird, weil wir glau­ben, dass die Ver­ei­ne nicht sel­ten sel­ber ver­sagt haben, als es darum ging den Club zu be­wer­ben und In­ter­es­sen ge­gen­über den Ver­bän­den durch­zu­set­zen. Dies alles pas­siert gänz­lich de­zen­tral, denn die Grün­de für den Zu­schau­er­man­gel sind von Ort zu Ort un­ter­schied­lich und kön­nen nur von den dort ak­ti­ven Sze­nen wirk­lich er­fasst wer­den. Dabei ist der Krea­ti­vi­tät der Sup­por­ter keine Gren­ze ge­setzt.

Die Web­sei­te der In­itia­ti­ve (gasa.​blogsport.​de) dient par­al­lel zu den lo­ka­len Ak­tio­nen als Prä­sen­ta­ti­ons­platt­form und stellt zudem in In­ter­views die be­tei­lig­ten Grup­pen vor. Über den Tweet (https://​twitter.​com/​StadionAn) und die Face­book-Sei­te (https://​www.​facebook.​com/​glotzeaus.​stadionan) wer­den die In­hal­te des Blogs zu­sätz­lich ver­brei­tet. GaSa nutzt die me­dia­le Be­schleu­ni­gung des In­ter­net, um die In­itia­ti­ve zu ver­brei­ten, neue Fan­grup­pen zu ge­win­nen und eine brei­te­re Öf­fent­lich­keit zu er­rei­chen. Gleich­zei­tig ar­bei­tet die In­itia­ti­ve von Göt­tin­gen aus auch mit klas­si­scher Pres­se­ar­beit.

Ab­seits des lo­ka­len Ak­ti­vis­mus hat die In­itia­ti­ve seit Kur­zem eine zwei­te Kom­po­nen­te: Sie will die Kräf­te der Ama­teur­club-Fan­sze­nen bün­deln und mit ge­mein­sa­men Ak­tio­nen auf die ge­ne­rel­len Pro­ble­me auf­merk­sam ma­chen. Ziel soll es sein, die he­te­ro­ge­ne Struk­tur der be­tei­lig­ten Fan­grup­pen zu einer In­ter­es­sen­ge­mein­schaft zu for­men, um auch sport­po­li­tisch eine Stim­me zu be­sit­zen. Hier­zu kom­mu­ni­zie­ren die Ver­tre­ter der be­tei­lig­ten Sup­por­ter­grup­pen der­zeit auf einer ei­ge­nen Platt­form im Netz. Der De­sta­bi­li­sie­rung des deut­schen Li­ga­sys­tems und des­sen Aus­wir­kun­gen auf die Ama­teur­clubs kann mit­tel­fris­tig nur mit ge­ziel­tem Lob­by­is­mus und brei­ter Öf­fent­lich­keits­ar­beit ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den.

Ab­pfiff. Die Ränge sind so leer, dass man kaum be­merkt, dass Zu­schau­er das Sta­di­on ver­las­sen. Un­ge­le­se­ne Sta­di­on­hef­te wehen über die Ränge. Beim Weg zu­rück, über den ver­ein­sam­ten Park­platz, er­klin­gen Ju­bel­ru­fe. Die Tür der Pay-TV-Bar ge­gen­über steht weit offen. Im prall ge­füll­ten Schank­raum drü­cken sich Fuß­ball­in­ter­es­sier­te vor einen Fern­se­her. Die Mann­schaft einer weit ent­fern­ten Stadt hat ein Tor ge­schos­sen. Men­schen fei­ern den Er­folg des Li­ga­mar­ke­tings. Sonn­tags­spiel in Deutsch­land.

[dm (Sup­por­ters Crew 05)]

http://gasa.blogsport.de/ziele/


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